"Magdalena und Carla waren die jüngsten …"

Sommerveranstaltung von Galloway Hessen in Herbstein-Lanzenhain am 28. August 2016

von Reinhard Kreß

Die Töchter der Züchterfamilien Bock und Wehner waren die jüngsten Teilnehmer, so jung, dass sie noch keine Schuhe brauchen. Und mit 86 Jahren war Erich Ortmann der älteste im weiten Rund der hessischen Gallowayzüchter. Dazwischen über 70 Begeisterte, die den Tag in Lanzenhain auf den Weiden genossen.

Im Hotel Ristorante in Herbstein konnte Johannes Bock, 1. Vorsitzender, zunächst über Aktuelles informieren: Neubearbeitung der Homepage, Werbeartikel (T-Shirts), Hessentag und weitere Termine.

Petra Schmitz, Vorstandsmitglied, wies auf die rechtlichen Probleme beim Tiertransport hin. Dass hier akuter Handlungsbedarf besteht, unterstrich auch Horst Kraft, 1. Vorsitzender des BDG. Der Bund Deutscher Fleischrinderzüchter (BDF) wird sich auf Veranlassung des BDG mit den Gremien auseinandersetzen, um Erleichterungen für die Züchter zu erreichen.

Ein Beispiel: Ein Züchter berichtete von einem Bußgeld von 750,- € wegen fehlendem Fahrtenschreiber. Näheres beim BDG und unter „Döring: Tiertransporte“ (Googeln, hier insbesondere www.lasiportal.de). Immerhin: Galloway Hessen hat für alle Interessierten das „Transport-und Fahrzeugdesinfektions-Kontrollbuch“ bereitliegen und an der Veranstaltung ausgegeben.

Das obligatorische gemeinsame Mittagessen schloss den Indoor-Teil ab und dann ging's auf die Weiden.

 Marlen Kraft mit einem ihrer knuddeligen Galloways vom Eisenberg   Foto: Franziska Groll

Bei der „größten Teilnehmerzahl aller Zeiten“ eine logistische Spitzenleistung. Aber die beiden Gallowaybetriebe in Lanzenhain hatten gut vorgesorgt: 2 große Wagen mit Sitzen aus kleinen Heuquaderballen machten sich mit ps-starken Schleppern auf den Weg zu jeweils einem Zuchtbetrieb.

Marlen Kraft ist eine noch sehr junge Züchterin, sowohl an Lebensjahren als auch an Züchterjahren. Mit ihrem Vater Ulli hat sie seit 2010 die Herde kontinuierlich aufgebaut.

Ihr Freund Martin unterstützt sie in der Bewirtschaftung des mittlerweile 50 ha großen Grünlandbetriebes mit ca. 65 Spitzen-Herdbuch-Galloways.

Schon der Besuch der 1. Weide zeigt: Hier versteht jemand sein Handwerk! Auf einer Waldlichtung läuft hier der 3-jährige Zuchtbulle Zinkands Dan, ein Desperadosohn, mit den Mutterkühen und ihren Kälbern sowie einigen Färsen. Allen Tieren ist der ruhige Umgang anzumerken, den Marlen Kraft mit ihren Galloways pflegt. Die zahlreichen Besucher bewegen sich auf der Weide zwischen den Rindern, und die tun so, als wäre es das Normalste von der Welt.

Auf der nächsten Weide sehen wir dann den Vater der Kälber der 1. Weide, Zinkands Wino.

Der 7-jährige Bulle aus der Winchester-Linie deckt seit den Anfangstagen der Kraft-Galloways und läuft mit Kühen aus den besten hessischen und deutschen Betrieben und den beachtlichen Zuchterfolgen aus erst 6 Jahren.

Vor dem Wechsel auf den 2. Galloway-Zuchtbetrieb dann ein weiteres Highlight: Ein Kuchenbüffet vom Feinsten der Ladies Kraft und Wipfler. Die Einen können züchten, die Anderen können backen. Vielen Dank, Charlotte und Christiane!

Udo Wipfler erläutert die internationale Genetik seiner Galloways        Foto: Franziska Groll

Udo Wipfler entführt uns dann in die Welt der internationalen Gallowayzucht. Sein Ehrgeiz: Immer am Puls der Zeit, auf der Suche nach der neuesten Galloway-Genetik und Kauf der besten Tiere auf dem Markt.

Beispiele: Die Weide am neuen Offenstall wird angeführt von Xpedia of Over Barskeoch. Der 2-jährige Bulle wurde zusammen mit 2 weiteren Betrieben auf der Auktion in Castle Douglas, dem Mekka der Gallowayzüchter, erstanden. Und man wundert sich auch nicht, dass auf dieser Weide Zinkands Hippie läuft, das Rind mit den besten Zunahmen der Färsenweide des BDG aus den Jahren 2011/12.

Oder: Auf einer schönen Waldlichtung deckt BOA Edge, erworben aus östereichischer Zucht, ein gleichermaßen typvoller wie großer Bulle. Was der Bulle zeigt, zeigen auch die Kühe und deren Nachzucht: das Zuchtziel von Udo Wipfler. Er führt seinen Betrieb mit ca. 35 Tieren auf 26 ha Grünland schon seit 1993, in den letzten Jahren mehr und mehr mit seinen Söhnen Mario und Maurizio.

Keine Lust mehr zum Laufen? Oder: einfach nur die beste Aussicht genießen!   Foto: Kreß

Reinhard Kreß, Vorstandsmitglied, überreichte jeweils einen Bildband von Schottland, dem Ursprungsland der Galloways, an Marlen Kraft und Udo Wipfler mit ihren Familien als kleines Dankeschön für eine interessante und schmackhafte Sommerversammlung von Galloway Hessen in Lanzenhain.

Ein langer Tag ging am späten Nachmittag frohgestimmt für die Züchter zu Ende.

Denn: wann hat man schon einmal ein Treffen an einem Ort mit zwei solche Top-Galloway-Zuchtbetrieben?

Foto des Tages: Ein Bild, das das Herz eines jeden Gallowayzüchters höher schlagen lässt:

Wino, inmitten seiner Herde auf der Weide am Waldrand                   Foto: Franziska Groll
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